Mausi’s erster Jahrestag 

 

17.05.11
Meine kleine Maus,
heute ist Dein großer Tag und ich denke so fest ich nur kann an Dich. Viele Tränen sind geweint worden, so das mir heute die Kraft fehlt, es ändert dennoch nichts an meiner Liebe zu Dir und daran das ich Dich immer noch schmerzlich vermisse. Ich weiß, dass es Dir dort oben gut geht und Du mit Malu durch den Kindersternenhimmel tanzt und doch weint mein Herz …
Ich würde Dich so gerne hier haben, aber es sollte nicht sein und wir können es beide nicht ändern, egal wie wir es drehen. Uns bleibt nichts weiter übrig als zu akzeptieren.
Ich trage Dich in meinem Herzen, in meiner Seele, in meinen Gedanken und nie werde ich Dich vergessen, nie werde ich Dich verschweigen und niemals werde ich aufhören Dich zu lieben. Auch wenn Du noch gar nicht wirklich greifbar warst, so gabst Du mir so viel und am meisten Hoffnung !
In tiefer Liebe,
Deine Mama
 
365 Tage sind nun vergangen und es ist wieder mal ein Tag gekommen, auf den man nicht wartet und er doch schneller kommt, als man das eigentlich möchte. Es ist ein Tag den man verschlafen möchte, an den man sich nicht wirklich erinnern möchte, den es aber dennoch gibt und der jedes Jahr wiederkommt und all die Erinnerungen wachrüttelt, die man in den 364 Tagen zufuhr verarbeitet hat.
Es ist der Jahrestag eines Sternenkindes, meines Sternenkindes!
Nun sitze ich hier und schreibe mir all meine wirren Gedanken um diesen Tag von der Seele, lasse mich mit lauter Musik ablenken und mein Kopf scheint zu zerbrechen. Ich gebe mich heute meiner Traurigkeit und Wut hin, denn morgen geht der Alltag weiter, doch heute bleibt er stehen …
In dem Jahr habe ich sehr oft Abschied genommen, bin sehr oft in meiner Trauer versackt, habe mich aufrappelt und bin doch wieder gefallen. Ich habe viel geweint, alles verflucht, mich gehasst, meinen Körper gehasst, anderen ihr Glück nicht gegönnt, mich zurückgezogen, doch wieder die Freude des Lebens gefunden, wieder verloren … Es war ein aufregendes Jahr, es war anstrengend. Alte Wunden rissen, vermischten sich mit der neuen Wunde welche dadurch umso größer wurde. Nichts schien diese Wunde verschließen zu können.
Mausi’s Gang zu den Sternen, ließ auch den Schmerz an Malu wachwerden, welcher noch schmerzhafter war, als jemals zuvor …
Es war ein schweres Jahr für mich, ein Balanceakt der Superlative, dennoch ist es vergangen und heute sitze ich hier, allein mit meinen Gedanken, allein mit meiner Trauer, allein mit meinen Sorgen …
Ich weiß das Du mich von Oben siehst und ich sehe Dich in meinen Träumen, in die ich mich flüchte, wenn der Schmerz so unsagbar groß wird.
Ein Jahr ohne Dich …