Mein persönlicher Jahresrückblick 2010

Ich schaue zurück und mein Jahr war, naja, sagen wir mal ereignisreich. Ende 2009 ging meine kleine Malu zu den Sternen und so begann das Jahr 2010…

Die Zeit bleibt nicht stehen, sie vermittelt uns den unaufhaltsamen Trott im Leben. Oft hatte ich mir gewünscht sie anhalten zu können. Das Jahr begann ruhig und überschattet von dem Erlebnis ein Kind zu verlieren. Ich suchte viel Halt im Internet, in diversen Gruppen wo viele betroffene Eltern von ihren Schicksalen schrieben. Ich bekam das Gefühl nicht alleine zu sein, auch wenn das alles nur virtuell war. Ich fand Halt bei Freunden und mein Mann wurde mir zur größten Stütze überhaupt, ohne ihn wäre ich wahrscheinlich daran zerbrochen. Ich lernte Sterneneltern kennen wo das Schicksal noch härter zu schlug und erkannte, dass es nichts schlimmeres auf dieser Welt gibt, als ein Kind zu verlieren. Die Tage flogen nur so dahin, ich vergrub mich, weinte viel und versuchte, wann immer ein offenes Ohr für mich hatte, ihm von „Malu“ zu erzählen.
Der Februar kam, das Jahr begann mit viel Schnee, so auch in diesem Monat. Weiße Straßen, sie sehen so friedvoll aus, nicht so trostlos. Ich genieße diesen Anblick und versuche mich daran zu erfreuen. Noch will es mir nicht recht gelingen, aber es bleibt mir kaum eine Wahl, das Leben geht weiter, mein Kind wird zu Sehens mehr vergessen …
Im März kam so langsam das Leben zurück, wir beschlossen wieder zu üben. Mein Mann und ich freuten uns und hofften bald auf Nachwuchs. Wir gingen so positiv wie nur irgendwie möglich an die Sache ran. Ich verdrängte meine Ängste und die Vorfreude wurde größer und größer. In diesem Monat wurde ich 26 Jahre jung …
Der erste Monat verlief ohne Erfolg und somit wurde der April, der zweite „Hibbelmonat“. Wir hatten zuvor Besuch und ich hatte somit eine gute Ablenkung, es war eine schöne Woche. Es war, als konnte ich endlich mal durchatmen. Natürlich dachte ich jeden Tag an meine Malu, aber mit einem kleinem Lächeln, auch wenn sie mir so sehr fehlte.
Im April wurde die kleine Hannah geboren, meine kleines „Patenkind“, wie ich sie immer nenne. Auch wenn es etwas in der Seele schmerzte, so freute ich mich für meine Freundin. Ja, ich war sogar recht glücklich, wenn ich so zurückblicke !
Im Mai lag dann Freude und Trauer ganz dicht beieinander. Erst verspürte ich das größte Glück auf Erden, denn ich wurde überraschend schwanger, ein eindeutiger Test ließ keinen Zweifel.
Doch nur nach einer Woche war die Freude der unendlichen Trauer gewichen, denn mein Bauchmausi musste gehen…Es war kein schöner Monat, denn es wiederholte sich irgendwie alles. Ich musste von Vorne beginnen. Es war nicht leicht für mich und ich ließ mich hängen…
In diesem Monat begann ich auch mit meinem Wochenendjob, welcher Abwechslung in mein Leben brachte. Dennoch, ab hier war alles auf Anfang gestellt !
Ich ließ mich tätowieren, ein Gedenktattoo …
Die Monate zogen sich dahin, viele darüber kann man auf meiner Hp lesen. Der lange Untersuchungsmarathon in der KiWu-Praxis, die privaten Veränderungen …
Der Sommer flog dahin, ich lebte von Wochenende zu Wochenende, unter der Woche blieb der Alltag meist stehen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auch nur einen Tag nicht an Euch dachte !?!
Es kam der Juli, ein Monat vor dem ich große Angst hatte, denn hier sollte meine kleine Malu geboren werden. Irgendwie überlebte ich diesen Tag, ich weiß heute nicht mehr wie…
Ich hatte das Gefühl nicht verschnaufen zu können.
Im August war es soweit, wir wollten wieder beginnen, aber es sollte nicht sein und es begann eine schwierige Zeit für mich …
Heute, am 31.12.10, schaue ich auf ein Jahr zurück, das an mir vorbeilief und ich mich heute frage,
wo sind all die Monate, Wochen und Tage hin ?
 
Es zog an mir vorbei und heute weiß ich,
meine Gedanken waren bei meinen Kindern,
ich haben sie jeden Gottverdammten Tag vermisst !!!
Ich habe geweint, ich habe geschrien,
ich habe mich aufgegeben,
ich habe mich aufgerafft,
ich bin gefallen,
ich bin aufgestanden,
ich versuchte zu akzeptieren doch ich konnte nicht,
ich träumte mich zu ihnen,
ich erwachte in der Realität…

Es war ein Jahr voller Emotionen,
voller Fragen, vieler Antworten,
voller Augenblicke die Trauriger od. Schöner nicht hätten sein können.
Ein Jahr, welches nach 5 Monaten von Vorne begann.
 
 
 
Ein Jahr das Zusammenhalt brachte, ein Jahr das mich wachsen ließ …
Ich schaue mit gemischten Gefühlen auf 2010 zurück und bin dennoch dankbar für jeden einzelnen Tag !